Wenn es gut läuft
Ein Trauma (in diesem Fall ein Psychotrauma) entsteht, wenn ein Ereignis unser emotionales Verarbeitungssystem überfordert. Es ist also eher unsere innere Reaktion auf ein Erlebnis, als das Erlebnis selbst. Dabei kann es sich um ein einmaliges Ereignis handeln (Akut-Trauma) oder um eine wiederkehrende Überforderung, wie sie oft in der Kindheit erlebt wird (Entwicklungs- und Bindungstrauma). Um zu überleben, reagiert der Körper entweder mit Flucht, Kampf, Erstarren oder Besänftigen. Das sind wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen, um ein katastrophales Erlebnis zu überstehen. Folgt eine zeitnahe behutsame Auseinandersetzung mit dem Erlebten, kann das Ereignis verarbeitet und eingeordnet werden. Das Nervensystem kommt zur Ruhe, das Leben kann ungestört weitergehen.
Wenn es schief läuft
Meistens läuft es aber nicht so. Meistens erfolgt keine zeitnahe Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
Dann setzt das Gehirn einen so genialen wie folgenschweren Mechanismus in Gang: Es kapselt das Erlebte ab, mit all den unerträglichen Bildern, Empfindungen und Gefühlen und macht es so für das Bewusstsein unzugänglich, um vor einem Wiedererleben des Unerträglichen zu schützen.
Das ist genial, weil dadurch das Weiterleben ermöglicht wird.
Und das ist folgenschwer, weil die Abkapselung nie vollständig funktioniert. Das unverarbeitete Erlebnis kann erhebliche negative Auswirkungen auf Körper und Geist haben. Auch lange nach dem Erlebnis kann es zu plötzlich auftretende belastende Erinnerungen (flashbacks), oft begleitet von unerklärlichen Ängsten oder Blockaden, kommen und oft werden diese Symptome zunächst gar nicht mit dem eigentlichen Auslöser in Verbindung gebracht. Das besondere an diesen Erinnerungen ist zudem, dass sie nicht als vergangen erlebt werden, sondern immer wieder als gegenwärtig stattfindend.
Was tun?
Ich arbeite in meiner Praxis mit den Traumatherapiemethoden EMDR, Brainlog® und Clean Space.
EMDR und Brainlog® sind gehirnbasierte Methoden, die die immensen Selbstheilungskräfte des Gehirns nutzen.
Das Gehirn wird angeregt, eingekapselte Erinnerungen zielgenau aufzuspüren, zu adressieren und
schließlich behutsam zu verarbeiten. Dabei arbeiten sie direkt auf der Ebene des Nervensystems,
jenseits von Sprache und bewusstem Denken. Ziel ist es, die emotionale Last einer Erinnerung zu verringern und das Erlebte schließlich in die Vergangenheit einordnen zu können. Dadurch entstehen neue Freiräume in der Gegenwart.
Clean Space nutzt den Raum und eröffnet die Möglichkeit, ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und sich ihm dadurch behutsam zu nähern. So kann ein erstes besseres Verständnis für Hintergründe und Zusammenhänge entstehen.
Alle drei Methoden geben der Klientin die Möglichkeit, Selbstregulationsprozesse anzustoßen und so aus ihrem inneren Wissen zu schöpfen. Damit ist sichergestellt, dass die Lösungen und Ergebnisse aus dieser Arbeit immer individuell und wie maßgeschneidert sind. Zudem sind die Methoden sprachunabhängig. Das heißt, es ist nicht nötig ausführlich oder überhaupt über das Thema zu reden, was bei bestimmten als heikel empfundenen Themen hilfreich sein kann.
Meine Aufgabe als Therapeutin
Meine Aufgabe als Therapeutin ist es, einen sicheren, vertrauensvollen Rahmen zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch ein enormes Selbstheilungspotenzial besitzt und lernen kann, das für sich nutzbar zu machen.
Als Zeugin dessen, was geschieht, bewahre ich eine achtsame, nicht wertende Haltung. Ich versuche, den Prozess so wenig wie möglich durch eigene Deutungen zu stören und bin gleichzeitig stets präsent, um auftretende Unsicherheiten sofort wahrzunehmen und die Klientin sicher zu unterstützen.
